Barfuss zurück ins Tal

Auch beim Alpabzug gehen die Mathoner Kühe zu Fuss. Die Bauern sind froh, ihre Tiere gesund wieder bei sich zu haben.

Es ist so weit, die Alpsaison geht zu Ende. Marc Buff und Aron Csutoros haben die Kühe am Morgen ein letztes Mal gemolken, jetzt stehen diese unruhig hinter dem Zaun. Sie spüren, dass heute kein gewöhnlicher Tag ist. Die Mathoner Bauern sind gemeinsam auf die Alp Curtginatsch hochgefahren. Runter geht es dann wie beim Alpaufzug mit den Kühen zu Fuss. Es sind nur noch zwölf Stück. Diejenigen, die bereits galt gestellt sind, also keine Milch mehr geben, bleiben noch eine Woche auf einer Weide am unteren Ende des Alpgebiets.

Gemütlicher als beim Aufzug

Noch ein Kaffee mit dem Alppersonal, ein Dankeschön, dass den Kühen so gut geschaut wurde, dann geht es los. Beim Alpabzug sind die Kühe eindeutig weniger motiviert als beim Aufzug. Gerannt wird nur zwischendurch mal kurz und die Treiber mit ihren Stecken haben mehr zu tun, um die Tiere vom Grasen in den saftigen Wiesen links und rechts vom Weg abzuhalten. Der kleinen Herde voran läuft Barbara Sutter und gibt die Richtung vor. Nach der ersten Stunde barfuss, weil die neuen Wanderschuhe Blasen verursachten. «Ich freue mich darauf, die Kühe nun bald wieder bei mir zu Hause zu haben», sagt die Bergbäuerin aus Mathon, während sie, ohne mit der Wimper zu zucken, mit den nackten Füssen durch nasskaltes Gras und über spitze Steine marschiert. Nach zwei Stunden ist dann das Ziel erreicht: die gemeindeeigenen Weiden oberhalb des Dorfes. Hier können sich die Kühe nach dem Marsch nun nochmals die Bäuche vollschlagen, bevor sie am Abend dann zum ersten Mal wieder im eigenen Stall gemolken
werden.

Text und Video: Max Hugelshofer
Bilder: Yannick Andrea

Erschienen im Juni 2023
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