Die Schweizer Berghilfe definiert jedes Jahr ein Schwerpunktthema. Dieses Jahr ist es «Holz». Warum?
Martin Abderhalden: Holz gibt einfach gute Projekte her. Es existiert ausserhalb der Landwirtschaft in unseren Bergregionen wohl kein Wirtschaftszweig, bei dem von der Ressource bis zum fertigen Produkt jeder Schritt der Wertschöpfungskette vor Ort stattfindet.
Wieso ist das wichtig?
Unser Stiftungszweck sind belebte Berggebiete. Die Menschen in den Bergen können aber nur in ihrer Heimat wohnen bleiben, wenn sie dort auch ihren Lebensunterhalt verdienen können. Also braucht es Arbeitsplätze, und zwar möglichst viele und möglichst unterschiedliche. Holzprojekte mit ihrer hohen Wertschöpfung vor Ort leisten hier einen wichtigen Beitrag.
Gibt es einen Bereich, den die Berghilfe speziell fördert?
Nein. Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe und sagen unseren Projektträgern nicht, was sie zu tun haben. Je unterschiedlicher die Projekte sind, desto besser. Persönlich finde ich es schön, wenn nebenbei auch noch ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird. Kürzlich war ich zu Besuch bei einer Sägerei im Kanton Schwyz. Dank einer neuen, mit Abfallholz betriebenen Fernwärmeanlage können nun 40 Haushalte umweltfreundlich mit Holz heizen statt mit Erdöl oder Gas.