Ländliche Traditionen für die Stadt

Ländliche Traditionen für die Stadt

Eine traditionelle Chästeilet mitten in Baden? Für die Organisatoren der Stubete Baden das natürlichste der Welt. Mit ihrer Aktion haben sie nebenbei rund 6000 Franken für die Schweizer Berghilfe gesammelt.

Eine traditionelle Chästeilet mitten in Baden? Für die Organisatoren der Stubete Baden das natürlichste der Welt. Mit ihrer Aktion haben sie nebenbei rund 6000 Franken für die Schweizer Berghilfe gesammelt.

Ein Besuch am «Eidgenössischen» gab den Auslöser. Ivan Angst und Stefan «Stöps» Baumgartner waren nicht nur von den im Sägemehl ringenden Bösen begeistert, sondern vor allem auch vom Rahmenprogramm: Musik, Essen, Trinken, viel Tradition. «Die ländliche Schweiz hat eine so vielfältige Kultur, gerade wenn es darum geht, Feste zu feiern», sagt Ivan. «Und wir Städter wissen nichts besseres, als an jeder Ecke ein Oktoberfest zu organisieren.»

Dagegen müsse man etwas tun, sagten sich die beiden. Im Jahr darauf fand dann mitten in Baden bereits die erste Stubete statt. Mit Volksmusik, Fahnenschwingern, einem grossen Umzug mitten durch die Altstadt von Baden und viel Geselligkeit.. «Es war uns von Anfang an wichtig, dass es ein Fest für alle wird», so Stöps. Das blieb bis heute so: «Mindestens drei Generationen» seien an den Stubete-Festbänken jeweils anzutreffen. Jahr für Jahr wurde der Anlass grösser, professioneller. Im 2019 kamen 2000 Personen. Das inzwischen fünfköpfige OK beschäftigt sich das ganze Jahr über mit dem Anlass. Jeder und jede steckt hunderte Stunden Freizeit rein.

Dieses Jahr machte ihnen Corona einen Strich durch die Rechnung. «Zum Glück entschieden wir schon frühzeitig, die Stubete dieses Jahr ausfallen zu lassen», sagt David «Hugo» Hug, der für Essen und Getränke zuständig ist. «So hielten sich die finanziellen Verluste in Grenzen.» Was ihn besonders freut: «Die meisten Sponsoren sagten gleich wieder zu für die Ausgabe im 2021.»

Um trotz der Absage nicht aus den Köpfen der vielen Stubete-Freunden zu verschwinden, hat sich Kilian «Kili» Fuchs, Bau- und Merchandising-Chef, als Kreativkopf bewiesen und unzählige Merchandising Artikel designt, die im eigenen Online-Hoflädeli bezogen werden können. Ebenfalls hat er bereits alle Pläne für den Austragungsort der nächsten Stubete, den Theaterplatz im Herzen von Baden im Kasten. Abgesehen, von den vielen Visionen, die an jeder Sitzung neu entstehen.

Ganz ohne ländliches Brauchtum muss Baden aber auch dieses Jahr nicht auskommen. Eine Aktion, die das Stubete OK für dieses Jahr angeteigt hatte, findet nämlich statt: die Chästeilet. Seit der Stubete im vergangenen Herbst hatten die fünf fleissig Aktien verkauft. Für 150 Franken bekommt man im Herbst eine vom OK handbemalte Tragtasche, gefüllt mit verschiedenen Leckereien. 30 Franken pro Aktie gehen als Spende an die Schweizer Berghilfe. Rund 6000 Franken konnte das OK an die Stiftung überweisen.

Das Geld wird für die Sanierung einer Alpkäserei im Berner Oberland verwendet. «Wir finden das eine super Sache», sagt Sereina «Sery» Müller, die im OK für Finanzen und Kommunikation verantwortlich ist. «Wir wollen die sanierte Käserei unbedingt bald besichtigen.» Vielleicht stammt ja dann im nächsten Jahr der Käse für die Chästeilet sogar von der Käserei, die das Stubete-OK mit ihrer Aktion unterstützt hat.

Die nächste Stubete findet vom 8. bis 10. Oktober 2021 statt. Aktien für die nächste Chästeilet gibt es auf stubete-baden.ch

Text und Bilder: Max Hugelshofer

Erschienen im November 2020
 Das OK der Stubete Baden