Leben, kämpfen, schön sein – alles an einem Ort

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Die junge Bauernfamilie Crettaz bewirtschaftet ihren Hof in Saint-Martin im Val d’Hérens. Ehrensache, dass im Stall die einheimischen, kämpferischen Eringerkühe stehen. Gleich daneben soll das neue Zuhause der Familie entstehen – und der neue Schönheitssalon von Mutter Nancy.

Sie scharren mit den Hufen im Staub, senken ihre Köpfe mit den imposanten Hörnern, werfen sich nach vorne und prallen mit einem satten «Tock» aufeinander. Das geht vier, fünf Mal so, dann scheinen die beiden schwarzen Kühe das Interesse zu verlieren, wenden sich voneinander ab, beginnen mit Wiederkäuen. Doch schon eine Minute später ist es wieder vorbei mit der Ruhe im Auslaufbereich von Thierry Crettaz’ Stall. Zwei andere Tiere sind sich in die Haare geraten. «Sie sind ständig daran, die Rangordnung zu klären», erklärt Thierry. «Das liegt in ihren Genen.» Denn seine Kühe sind keine normalen Kühe. Es sind Eringer. «La race d’Hérens», die alte Rasse aus dem Val d’Hérens, die durch die typischen Kuhkämpfe zu Beginn der Alpsaison, bei denen die «Reine», die Königin, gekürt wird, landesweite Berühmtheit erlangt hat. Eringerkühe geben weniger Milch als «moderne» Rassen und auch weniger Fleisch. Dennoch würde sie Thierry nie eintauschen. Für ihn ist klar: «Man kann im Val d’Hérens einfach keinen Hof haben ohne Eringerkühe. Das geht nicht.»

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Thierry bewirtschaftet den Hof bereits seit über 20 Jahren. Gewohnt haben er und seine Frau Nancy anfangs im 15 Minuten entfernten Evolène, ganz in der Nähe des Kosmetikstudios, das Nancy mit viel Einsatz aufgebaut hat und im Spass als ihr «erstes Baby» bezeichnet. Dann kam vor gut fünf Jahren mit Tochter Leandra das erste Kind auf die Welt, vor einem Jahr folgte der kleine Sohan. Vor seiner Geburt zog die junge Familie in die Nähe des Stalls, nach Saint-Martin. Aber das war von Anfang an nur als Übergangslösung gedacht. «Wir haben schon seit einer halben Ewigkeit den Traum, einmal direkt beim Stall ein Zuhause zu bauen», sagt Nancy. Darin soll nicht nur die Familie wohnen, sondern auch das «erste Kind», Nancys Schönheitssalon. Alles unter einem Dach, direkt bei den Tieren. «Unser Alltag würde sich massiv vereinfachen», sagt sie. All die vielen Fahrten würden wegfallen, sie könne Thierry zwischendurch im Stall zur Hand gehen, und wenn sie Kundschaft habe, könne Thierry problemlos zu den Kindern schauen.

Nun wird diese Vision bald Wirklichkeit. Nach Jahren der Planung und des Sparens können demnächst die Bauarbeiten beginnen. Doch ganz reichten die Mittel von Familie Crettaz immer noch nicht. Deshalb hat die Schweizer Berghilfe Unterstützung im Umfang von 65’000 Franken zugesichert. 15’000 Franken fehlen uns noch. Helfen Sie mit, diesen Betrag zu sammeln.

Text, Bilder und Video: Max Hugelshofer

Erschienen im Mai 2021