Neue Käserei macht neue Genossenschafter

Ein Käserei-Neubau im Neuenburger Jura soll nicht nur Qualitätsprobleme lösen und die Arbeit effizienter machen, sondern auch die Produktion steigern. Dadurch können vier zusätzliche Bauernfamilien Genossenschafter werden und von einem höheren Milchpreis profitieren.

«Es ist ganz einfach. Die Käserei hilft uns dabei, für unser Produkt anständig bezahlt zu werden», sagt David Robert. Der Bauer ist Mitglied der Société coopérative de fromagerie du Mont-de-Travers im Neuenburger Jura. Er bringt wie neun andere Bergbauern jeden Morgen die Milch seiner Kühe mit dem Anhänger in die Käserei. Während die Milch in die Wägewanne gepumpt wird, hält er einen Schwatz mit dem Käser Sébastien Gachet, danach wechselt er ein paar Worte mit einer Kollegin, während er den Schlauch von seinem Anhänger löst. «Das ist der andere grosse Vorteil der Käserei», sagt er, «sie gibt sozialen Zusammenhalt und ein Gemeinschaftsgefühl hier oben.»

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Alte Käserei macht Sorgen

«Alles ist jedoch nicht perfekt», wie Käser Sébastien später erzählt, während er und seine beiden Mitarbeiten in den beiden Kessi einlaben, heizen, schneiden, und den Käsebruch schliesslich in die Presse pumpen. «Die Käserei ist alt, nichts entspricht mehr den Normen», erklärt er. Das bedeutet einerseits ständige Probleme, die von Guyère AOP erlassenen Qualitätsrichtlinien einhalten zu können. Andererseits verursacht es sehr viel Mehraufwand. Das Putzen – beim Käsen die halbe Arbeit – ist aufwändig. Und weil sich Produktion und Käsekeller auf zwei unterschiedlichen Etagen befinden, müssen die schweren Laibe kompliziert mit Rollgestellen und einem Lastenkran durch einen engen Schacht hinunterbefördert werden. Bei einer Produktion von 160 Tonnen pro Jahr sind das viele Stunden Zusatzarbeit.

Mehr Käse, mehr Genossenschafter

Doch bald schon soll alles besser werden. Seit Jahren arbeitet der Vorstand der Genossenschaft an den Plänen für eine neue Käserei. Bald werden endlich die Bagger auffahren. «Im Neubau, der gleich neben die alte Käserei zu stehen kommt, wird alles effizienter, hygienischer und dank Holzheizung und Photovoltaikanlage auch ökologischer», sagt Genossenschaftspräsident Jacques-André Cruchaud. «Und das Beste: Mit der neuen Käserei kann die Produktion gesteigert werden.» Das verbessert nicht nur die Rentabilität der Käseproduktion. Es gibt auch vier weiteren Bauernfamilien, die Möglichkeit, Mitglieder bei der Käsereigenossenschaft zu werden. Diese Bergbauern produzieren heute noch Industriemilch. Bald schon werden sie einen deutlich besseren Milchpreis erhalten.

Doch der Neubau der Käserei ist ein grosses und teures Projekt. Auch wenn die Genossenschaft seit Jahrzehnten Geld dafür zur Seite gelegt hat – ganz ohne Hilfe geht es nicht. Die Schweizer Berghilfe hat deshalb Unterstützung in der Höhe von 141 000 Franken zugesagt. 125 000 Franken haben wir bereits. Helfen Sie mit, die fehlenden 16 000 Franken zu sammeln.

Text und Video: Max Hugelshofer
Bilder: Max Hugelshofer und Margrith Blum

Erschienen im September 2026