Ein neuer Alpstall fürs Tierwohl und als Gewitterschutz

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Vor 14 Jahren konnte die Familie Zurfluh-Herger im Gitschital oberhalb des Urnersees eine Alp pachten. Doch ihre rund 25 Kühe müssen jeweils in drei uralten, viel zu kleinen Ställen gemolken werden, weil der Vorbesitzer nichts an den Gebäuden ändern wollte. Jetzt, da die Familie die Alp kaufen konnte, will sie rasch einen zentral gelegenen Alpstall bauen. Fürs Tierwohl und als Gewitterschutz.

Sie liegen verstreut auf der Alp im Gitschital oberhalb des Urnersees und sind teilweise über 100 Jahre alt: Drei niedrige, kleine Ställe, in die heutige Kühe knapp stehend reinpassen. «Die Kühe sind ja viel grösser als früher. Sie stehen dann Hintern an Hintern, und man muss sich fast durchquetschen, um sie zu melken», sagt Agnes Zurfluh-Herger. «Legt sich eine Kuh hin, hat sie am Kopfende nicht genug Platz, um die fürs Aufstehen nötige Vorwärtsbewegung zu machen.» Darum können die Bergbauern die Ställe nicht dazu benutzen, um die Kühe über Nacht einzuquartieren, wenn mal wieder ein Gewitter kommt. Doch genau dafür ist diese Alp berühmt-berüchtigt. Das Gitschital wird auf der Nordwestseite flankiert von steilen, fast 1000 Meter hohen Felswänden, von denen überall kleine Bäche runter fliessen. Bei einem heftigen Gewitter bilden sich aus den kleinen Rinnsalen reissende Ströme. «Als Kind war ich oft auf dem Seewli-Grat z’Alp. Von da sieht man gut ins Gitschital hinein», erzählt Agnes Zurfluh-Herger, «immer wenn es gewitterte, sahen wir das viele Wasser, das die Hänge heruntergeschossen kam, das war einfach zum Fürchten. Ich sagte immer: Da will ich nie im Leben z’Alp».

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Doch es kam anders. Vor 14 Jahren bot ihnen der Vorbesitzer an, seine Alprechte im Gitschital zu pachten. Sie nahmen das Angebot mutig an – und erkannten bald die Vorteile der Alp: Sie ist mit dem Auto erreichbar, das Gras ist von hoher Qualität und die Weiden sind nicht zu steil. Doch eines war von Anfang an klar: Die Ställe werden weder dem Tierwohl gerecht noch sind sie wirtschaftlich. Der damalige Besitzer wollte aber an den Gebäuden nichts ändern. Die Familie mit den inzwischen zwei erwachsenen Söhnen und einer Tochter im Schulalter arrangierte sich zwangsläufig – auch dank Sonderbewilligungen.

Nun, als Agnes und Beat Zurfluh-Herger im 2021 endlich die Alp kaufen konnten, wollen sie so rasch wie möglich einen neuen Stall bauen. Dafür soll noch in diesen Sommer der grösste der alten Ställe abgerissen und durch einen zweckmässigen Neubau ersetzt werden. Er erhält fliessend Wasser, eine Melkanlage sowie eine Heubühne fürs Wildheu.

Weil die Familie erst vor fünf Jahren den elterlichen Talbetrieb von Agnes übernommen und ihr ganzes Erspartes dafür aufgewendet hat, übersteigen die Kosten für diese Investition das Budget der Bergbauernfamilie. Deshalb hat die Schweizer Berghilfe Unterstützung in der Höhe von 50'000 Franken zugesichert. 30'000 Franken fehlen uns noch. Helfen Sie mit, diesen Betrag zu sammeln.

Text und Video: Alexandra Rozkosny
Bilder: Alexandra Rozkosny/Archiv Zurfluh-Herger

Erschienen im Juli 2022