Der Geschmack Ugandas aus dem Tessin

Was als Entwicklungsprojekt begonnen hatte, ist mittlerweile ein Unternehmen mit neun Angestellten. Mit viel Herzblut und Idealismus importiert Jean-Claude Luvini Kaffee aus Afrika und veredelt ihn auf dem Monte Ceneri.

Ein unscheinbares Gebäude im Industriegebiet von Bironico bei Monteceneri, eingeklemmt zwischen Bahnlinie und Hauptstrasse, an diesem grauen Wintertag eine eher trübe Angelegenheit. Hier versteckt sich der Hauptsitz von Masaba Coffee. Kaffee, der afrikanische Farbe und Lebensfreude bringen soll. Hier im Tessin, am Fusse des Monte Tamaro wird der Kaffee geröstet, verpackt und an die Kundschaft ausgeliefert. Gewachsen ist er 8000 Kilometer entfernt, am Fusse des Masaba.

Das Projekt in Kürze

  • Kaffeerösterei
  • Neue Maschinen und Einrichtung
  • Bironico/TI

Persönliche Beziehung zu Afrika

Gründer und Inhaber Jean-Claude Luvini hat eine enge Beziehung zu Afrika. Selbst in Südafrika aufgewachsen, hat ihn der Kontinent nie ganz losgelassen. Als er – damals zwar erfolgreich, aber unzufrieden im Personalbereich grosser Unternehmen tätig – zum ersten Mal von einem Entwicklungsprojekt des Tessiners Luigi Gianinazzi in Uganda hörte, war für ihn klar: «Das muss ich mir anschauen.»

Genossenschaft suchte Abnehmer

Dort, in den dicht grün bewachsenen Bergen, hatte Luigi den Kaffeebauern geholfen, eine Genossenschaft zu gründen und sechs gemeinsame Waschanlagen für Kaffeebohnen zu bauen. Nun, mit über 80 Jahren, organisierten sich die lokalen Bauern weitgehend selbst. Doch bevor er sich zurückziehen konnte, suchte Luigi noch einen verlässlichen Abnehmer des Kaffees in der Schweiz. Jean-Claude überlegte nicht lange.

Die Unterstützung

Beim Bau seiner Kaffeerösterei hat die Berghilfe Jean-Claude Luvini finanziell unterstützt. Nun kann er mehr Kaffee aus Afrika importieren und im Tessin verarbeiten.

Alles unter einem Dach

Das war vor 15 Jahren. Inzwischen importiert der 49-Jährige Kaffeebohnen nicht nur aus Uganda, sondern auch aus den umliegenden afrikanischen Ländern. Immer fair eingekauft bei Genossenschaften lokaler Landwirte. Die Zahl der Abnehmer wuchs in dieser Zeit. Besonders Firmen und Restaurants im Tessin darf Jean-Claude beliefern. Mit der Zeit konnte er Mitarbeiter einstellen und immer mehr Kaffee einführen. Mit dem Wachstum stieg allerdings auch der Platzbedarf, und irgendwann ging es in den alten Räumlichkeiten im nahegelegenen Savosa nicht mehr. Weil auch das Rösten bei verschiedenen kleinen Röstereien in der Schweiz mit der gestiegenen Vielfalt des Angebots immer komplizierter wurde, suchte Jean-Claude nach einer Möglichkeit für einen Neustart. In einem ehemaligen Recyclingcenter in Bironico wurde er fündig. Er installierte eine professionelle Röstanlage und baute Büroräume in den offenen Raum ein. Aber auch eine professionelle Küche und ein Schulungszimmer. Diese will er für Weiterbildungen und Kurse extern vermieten, um den Teilnehmerinnen und Teilnehmern jeweils Degustationen anzubieten und den Betrieb zu zeigen. Besonders, wenn die Rösterei in Betrieb ist: Ein Erlebnis für die Sinne. Denn der intensive Geruch nach Kaffee macht nicht nur Lust auf eine Tasse davon, er macht es auch einfacher, zumindest in Gedanken diesem trüben Wintertag zu entfliehen. 

masabacoffee.ch

Text: Max Hugelshofer

Bilder: Yannick Andrea

Video: Markus Zurmühle

Erschienen im Oktober 2026

Die Schweizer Berghilfe leistet finanzielle Unterstützung, wenn das Geld nicht ausreicht, um ein zukunftsweisendes Projekt zu realisieren.