Der Hofladen im Bahnhof

Im alten Wartsaal des Bahnhofs Trubschachen verkaufen Bauernfamilien aus der Umgebung Hand- und Hausgemachtes.

In Trub im Emmental stellen die Bergbauern viele einzigartige Produkte her. Doch die Vermarktung ist schwierig: Für Hofläden fehlt oft die Kundschaft, die Bauernhöfe sind nur schwer erreichbar und liegen weit auseinander. Was tun? Kommt der Kunde nicht zum Hof, muss der Hof zum Kunden, sagten sich fünf Bauernfamilien. Sie machten sich auf die Suche nach einem zentralen Ort, um dort einen Laden zu eröffnen und ihre vielfältigen Produkte anzubieten. Im alten Wartsaal des Bahnhofs Trubschachen wurden sie fündig. «Wir haben neu gestrichen, Möbel aus der Brockenstube besorgt und den Raum richtig gemütlich und liebevoll eingerichtet», erzählt Vereinspräsident Raphael Gross stolz.

Trotz viel Eigenleistung reichte das Geld für die Realisierung des «BahnHofLadens» aber nicht ganz. Nur dank einem Zustupf der Schweizer Berghilfe konnte das Projekt doch noch umgesetzt werden. Mittlerweile bieten zwölf Betriebe Hand- und Hausgemachtes aus eigener Produktion: feine Spezialitäten, aber auch selbst produzierte Kosmetika, Näh- und Strickarbeiten sowie Blumengestecke. «Unser Laden läuft schon richtig gut», freut sich Gross. An Kundschaft mangelt es nicht: Im «BahnHofLaden» kaufen nicht nur Einheimische ein, sondern auch zahlreiche Touristen, welche die nahe Kambly-Fabrik besuchen.

Text: Max Hugelshofer

Bilder: Yannick Andrea

Erschienen im März 2015

Das Projekt in Kürze

  • Verein BahnHofLaden Trubschachen
  • Realisierung des «BahnHofLadens»
  • Trubschachen/BE