Die Bungalow-Poulets

Die Bungalow-Poulets

Auf dem Bio-Bauernhof von Familie Quartenoud dürfen die Hühner noch Hühner sein.

Isabelle und Yves Quartenoud haben ihren Betrieb auf Bio umgestellt. Ausserdem ziehen sie nun Poulets auf. Ihr Federvieh residiert in komfortablen Ställen.

Sachte klopft Isabelle Quartenoud an die Metalltür, bevor sie eintritt. «Wir sind halt höflich zu unseren Hühnern», scherzt sie. Es geht darum, die Tiere nicht zu erschrecken. Dennoch herrscht Geflatter und Gepiepse, während Isabelle die Tränke reinigt. 2000 Küken, gerade mal ein paar Tage alt, wuseln zwischen ihren Beinen herum. Die ersten Wochen bleiben sie hier, im beheizten Stall. Dann werden sie auf die vier anderen Ställe verteilt, die direkt neben dem Bauernhaus von Familie Quartenoud stehen. Dort wachsen sie dann zu Bio-Poulets heran.

Die Hühner haben es schön hier in Treyvaux in den Hügeln oberhalb von Fribourg. Wie sie im hohen Gras herumpicken, ist ein Bild, wie man es auf Produktepackungen sieht, im wirklichen Leben aber nicht erwartet. Es ist viel Platz vorhanden, und die kleinen Ställe sehen richtig einladend aus. «Einmal haben uns Wanderer gefragt, ob man diese Bungalows mieten könne», lacht Yves Quartenoud. Die Bauernfamilie hat erst im vergangenen Herbst von konventioneller Landwirtschaft auf Bio umgestellt – als erste im Dorf. Gleichzeitig hörten Quartenouds auf zu melken und setzten stattdessen auf Weidebeef, auf den Getreideanbau und auf ihre Poulets. Für den Bau der Geflügelställe waren grosse Investitionen nötig, welche die Familie ursprünglich selbst finanzieren wollte. Doch Rekurse verzögerten und verteuerten den Bau. Dank Unterstützung der Schweizer Berghilfe kam das Projekt zu einem guten Ende. Isabelle: «Wir haben harte Monate hinter uns. Aber dank der Berghilfe ist uns das Lachen nicht vergangen.»

Text und Bilder: Max Hugelshofer

Erschienen im August 2015

Das Projekt in Kürze

  • Bergbauernfamilie
  • Bau Geflügelställe
  • Treyvaux/FR