Ein Alleskönner in Orange
Aus Ralph Küngs Hobby ist ein Betrieb mit mehreren Angestellten geworden. Oft gingen Türen per Zufall auf. So zum Beispiel beim Kauf eines speziellen Fahrzeugs.
Aus Ralph Küngs Hobby ist ein Betrieb mit mehreren Angestellten geworden. Oft gingen Türen per Zufall auf. So zum Beispiel beim Kauf eines speziellen Fahrzeugs.
Die Handgriffe sitzen. Eben war der orangefarbene Reform Muli noch ein typisches Winterdienstfahrzeug mit Pflug und Salzstreuer, nun ist er dank Kran und Ladefläche das ideale Gefährt für Ralph Küngs Cheminéeholz-Geschäft. Der von der Schweizer Berghilfe mitfinanzierte Reform ist auch der Grund, warum Ralphs Geschäft in jüngster Zeit stark gewachsen ist. Das kam so: Ralph verdiente sich schon als Kind sein Taschengeld mit Holzen. Er half seinem Vater beim Spalten und Ausliefern von Brennholz. Beruflich zog es ihn dann aber zu grösseren Maschinen hin. Er wurde Chauffeur und Maschinist von Pistenfahrzeugen, lernte in Engelberg, wo er als Patrouilleur arbeitete, seine Frau Ricarda kennen und zog schliesslich mit ihr ins Urnerland. Seine einzige Bedingung für das gemeinsame Haus war: Es musste eine Stückholzheizung haben. So kaufte er beim Förster für den Eigengebrauch ein paar Stämme und legte erste Scheiterbeigen an. Bald rüstete er bereits wieder Holz für die halbe Nachbarschaft. Und über die Jahre wurde der Neben- zum Haupterwerb.
Allerdings kam Ralph mit seinem privaten Jeep und einem Anhänger an die Grenzen beim Ausliefern von Holz.Und jedes Mal, wenn es darum ging, ganze Stämme umzulagern, musste er sich einen Kran mieten. Deshalb war er schon lange auf der Suche nach einem passenden Fahrzeug.
Fündig wurde er schliesslich bei einer Firma. Dies hatte den Reform Muli für den Winterdienst auf ihrem Gelände angeschafft – und kaum benutzt. Allerdings hatte die Sache einen Haken: Pflug und Salzfass mussten zwingend mitgekauft werden. Während er den Verkäufer noch hinhielt, versuchten Ralph und Ricarda, eine Möglichkeit zu finden, den Muli auch für die Schneeräumung einzusetzen. Mit Erfolg. Heute ist Ralph für alle SBB-Bahnhöfe im Kanton Uri zuständig und hat je nach Arbeitsaufwand zwischen acht und zehn Mitarbeiter, die ihm dabei helfen. «Es war zwar Zufall, aber es ist perfekt so», sagt er. Morgens um 2 Uhr aufzustehen, macht ihm nichts aus. Zumindest nicht, wenn er weiss, dass er nach dem Pflügen noch drei, vier Ster Holz spalten kann.