Ein Dach, das seinen Namen verdient

Früher hat es reingeregnet, jetzt ist das Dach des uralten Bauernhauses endlich wieder dicht.

Auf ihrem uralten Bauernhof in Muriaux setzen Armand und Eva Frésard mit Erfolg auf eine Mischung aus Milchproduktion, Rinder- und Pferdezucht. Für Mensch und Tier wurde es bei Regen immer wieder ungemütlich bis die dringende Sanierung des undichten Dachs endlich angepackt werden konnte.

Mit Milchlieferungen an die Käserei in Le Noirmont, wo neben dem Tête de Moine AOC auch Greyerzer Käse daraus hergestellt wird, bestreiten Armand und Eva Frésard hauptsächlich ihren Lebensunterhalt. Ihr Zuhause ist ein altehrwürdiges Bauernhaus aus dem Jahr 1518. In den 1960er-Jahren bot die Armee Armands Vater einen symbolischen Franken dafür. Doch auf diesen Handel stieg Frésard Senior nicht ein und investierte stattdessen lieber in den Betrieb. Die junge Generation folgte seinem Beispiel. Seit der Übernahme des Betriebs im Jahr 2001 haben Armand und Eva ihre ganze Kraft und viele Eigenmittel investiert, um zu modernisieren und zu diversifizieren. Heute helfen auf dem Hof nicht nur die Eltern mit, auch ein Praktikant sammelt wertvolle Berufserfahrung. Neben den Milchlieferungen nach Le Noirmont ist die eigene Aufzucht von Rindern der besondere Stolz des Bauern: «Wir haben einen eigenen Stier im Stall», so Frésard. «Noch nie mussten wir ein Rind hinzukaufen.» Die Zucht der Freiberger Pferde hätte Armand hingegen wohl aufgegeben, wäre da nicht die Pferdeliebe seiner Frau Eva. Schon als Kind hatte die gebürtige Stadtbernerin oft ihre Ferien auf einem Reithof in der Gegend verbracht.

Ende des Albtraums

Bei allen Ideen und dem Enthusiasmus für die Landwirtschaft blieb über all die Jahre eine grosse Sorge: das undichte Dach. Sowohl in den Wohnräumen wie auch in der Scheune tropfte es bei Regen und besonders während der Schneeschmelze im Frühling von der Decke: «Wir behalfen uns mit Eimern», blickt Armand Frésard auf eine ungemütliche Zeit zurück. «Mehrmals mitten in der Nacht aufzustehen und zu kontrollieren, ob alles trocken ist, war wirklich sehr streng.» Im Sommer 2010 war der Albtraum endlich vorbei. Mit Unterstützung der Schweizer Berghilfe wurde das Dach des denkmalgeschützten Hauses instand gesetzt. Wo möglich wurden die ursprünglichen Balken und Sparren wiederverwendet. «Diese aufwendige Renovation hätten wir alleine nicht finanzieren können», sagt Armand Frésard, der beim fachgerechten Umbau wo immer möglich selbst Hand anlegte. «Dank der Berghilfe haben wir endlich wieder ein Dach über dem Kopf, das diesen Namen auch verdient.»

Erschienen im Juli 2011

Das Projekt in Kürze

  • Muriaux/JU