Weil Martin und Julia Patzen den Sommer über rund um ihren Hof für den langen Winter heuen müssen, haben sie keine Zeit, sich selbst um die Geissen zu kümmern. Denn das ist aufwendig. Vor allem, seit der Wolf in der Region alle Halter von Schafen und Ziegen dazu zwingt, ihre Tiere eng zu betreuen. Also stellen sie jeweils ein Hirtenpaar an.
Doch wo sollen die Hirten übernachten? Die Alphütten im Madris sind schon vom Personal der Rinderalpen belegt. Also versuchten sie es zuerst mit einem günstig gekauften Occasionswohnwagen. Doch der war eindeutig nicht für die Dauerbelastung von Älplern, Hunden und alpiner Witterung gemacht. «Nach einem Sommer fiel er fast auseinander», so Martin. Die Jahre darauf konnten Patzers eine Ziegenhirtin anstellen, die einen eigenen Bauwagen besass. Die Idee war, diesen dereinst zu übernehmen, aber schliesslich wollte sich die Hirtin doch nicht davon trennen. Also musste innerhalb weniger Monate ein Ersatz her. Martin, der gerne schreinert und zimmert, fand ein günstiges Chassis eines Lastwagen-Anhängers und baute darauf eine Hütte in Festholz-Bauweise. Mit Schwedenofen, kleiner Solaranlage und Trockentoilette, aber ohne Kühlschrank oder Wassertank.