Endlich Strom vom eigenen Dach

Vor zehn Jahren konnte Familie Lanfranchi mit Unterstützung der Schweizer Berghilfe am äussersten Zipfel des Puschlavs einen neuen Laufstall bauen. Für die geplante Photovoltaikanlage auf dem Dach reichte das Geld damals aber nicht mehr.

Dichte Nebelfetzen hängen über dem Tal, bis vor Kurzem prasselte noch heftiger Regen auf das Dach des Laufstalls von Familie Lanfranchi in Viano. Das ist alles andere als typisch. Denn das Bergdorf befindet sich auf einer Anhöhe, zuunterst im Val Poschiavo, einen Steinwurf von der italienischen Grenze entfernt. Und ist normalerweise sehr sonnenverwöhnt. Deshalb spielten Ivan und Stefania Lanfranchi bereits vor zehn Jahren, als sie ihre vielen im Tal verstreuten, kleinen Ställe durch einen zentralen Laufstall ersetzen konnten, mit dem Gedanken, auf dem Dach des Neubaus eine Photovoltaikanlage zu installieren. Die Kosten machten aber einen Strich durch die Rechnung.

Das Projekt in Kürze

  • Bergbauernfamilie
  • Neuer Laufstall
  • Viano/GR

Pläne waren schon in der Schublade

Daran änderte auch die Unterstützung der Schweizer Berghilfe beim Stallbau nichts. Als die Stiftung dann im Jahr 2023 ihr Impulsprogramm Solar lancierte, konnte Ivan einfach nur die Pläne von damals aus der Schublade nehmen und die Offerten aktualisieren lassen – und schon übernahm die Berghilfe die Hälfte der anfallenden Kosten. «So konnten wir den lange gehegten Traum endlich realisieren», sagt Ivan. Inzwischen ist die Anlage installiert. Bereits vom ersten Tag an lieferte sie sogar mehr Strom als ursprünglich angenommen. Ivan: «Mit einigen Jahren Verspätung ist der Stall jetzt richtig fertig geworden.»

Erwartungen erfüllt

Ansonsten hat sich der Bau bestens bewährt im vergangenen Jahrzehnt. Die erhoffte Arbeitserleichterung sei eingetreten, und die Tiere würden sich wohlfühlen. Seit damals haben Lanfranchis ausserdem mit Melken aufgehört und ihren Betrieb auf Mutterkuh-Haltung umgestellt. Und das einige hundert Meter entfernte Wohnhaus saniert. Natürlich sind auch die Kinder grösser geworden. Die 20-jährige Eleonora wohnt die Woche über in St. Moritz, wo sie eine Lehre als Hochbauzeichnerin absolviert. Der 17-jährige Elia konnte für seine Maurerlehre im Tal bleiben, und die 14-jährige Chiara ist noch in der Sekundarschule. Und wie heute, am Wochenende, sind die drei sowieso meist zu Hause in Viano. Auch wenn sich die Sonne ausnahmsweise mal nicht zeigen will.

Text und Bilder: Max Hugelshofer

Erschienen im Juni 2026
Die Schweizer Berghilfe leistet finanzielle Unterstützung, wenn das Geld nicht ausreicht, um ein zukunftsweisendes Projekt zu realisieren.