Frischer Alpen-Fisch als Einnahmequelle

Curdin Capeder konnte mit Unterstützung der Berghilfe auf 1400 Meter über Meer seine Seeforellenzucht aufbauen.

Ein ungewöhnliches Vorhaben nimmt der Bündner Bergbauer Curdin Capeder an die Hand: die Zucht von Seeforellen. Seine Produkte will er an die Gastronomie absetzen und sich damit ein wichtiges zweites Standbein für seinen kleinen Hof aufbauen.

Nur ein kleiner Teil der hierzulande konsumierten Fische stammt aus einheimischer Produktion. Hier besteht eine Marktlücke, sagte sich der 29-jährige Bündner Oberländer Bergbauer Curdin Capeder, denn die Nachfrage nach Fisch wächst. Er setzt nun konsequent ein in den Bergen eher ungewöhnliches Vorhaben um: die Zucht von Speisefischen. Damit will er seinen Milchwirtschaftsbetrieb auf ein zweites Standbein stellen und so seine Zukunftsperspektiven verbessern. Unterstützt wird er dabei von seinem Vater, seinem Bruder und seiner Partnerin. Die kanadischen Seeforellen, die auf rund 1400 m ü. M. gezüchtet werden, zeichnen sich durch ihren Geschmack, ihr Aussehen und ihren hohen Nährwert aus. «Das nötige Know-how habe ich mir selbständig erarbeitet und mehrere ähnliche Anlagen besucht», erzählt der Jungunternehmer, der nichts dem Zufall überlässt. So lässt er sich bei der Fischzucht von Spezialisten von Schweizer Hochschulen und beim Marketing von Studenten einer Bündner Hotelfachschule beraten. Sein wertvolles Produkt will er an die gehobene Bündner Gastronomie verkaufen.

Umweltfreundliche Produktion

Die Produktion startete im Sommer 2008 in einer aus vier Becken bestehenden Fischzucht-Anlage, die der initiative Bauer selbst gebaut hat: «Durch die Becken strömt frisches Bergwasser, das nach erfolgter Reinigung in den Bach zurückfliesst. Die Produktion ist 100 Prozent umweltverträglich.» Die Jungfische kommen derzeit von einem Züchter im Berner Oberland, sollen später aber selbst aufgezogen werden. Gefüttert werden die Tiere mit Getreide und Fischresten. Die ersten Lumbreiner Seeforellen kommen im Frühling 2009 auf den Markt. Ziel ist, jährlich rund zehn Tonnen Fisch zu produzieren. Die Schweizer Berghilfe leistete für dieses innovative Projekt wesentliche Starthilfe. Dies kann nicht nur der Familie, sondern auch der Dorfbevölkerung zugute kommen: Floriert der Betrieb, so entstehen neue Arbeitsplätze.

Infos und Bestellung: curdin.capeder@bluewin.ch, Tel. 079 227 51 42

https://www.capederfood.ch/alpenfischzucht

Erschienen im November 2008

Das Projekt in Kürze

  • Lumbrein/GR