Genug Platz zum Arbeiten

Genug Platz zum Arbeiten

An Aufträgen mangelt es der Schreinerei-Zimmerei von Andres Gadmer nicht. Aber an Platz.

Aufträge ablehnen, weil der Platz fehlt, um sie ausführen zu können? Für die Firma Gadmer Holz + Bau AG Realität. Doch im Frühling wird alles besser. Dann wird eine neue Gewerbehalle gebaut.

Obwohl draussen Minustemperaturen herrschen, stehen sowohl der Haupteingang als auch die Hintertür der Werkstatt weit offen. Zwangsweise, denn die langen Balken, die Andres Gadmer und sein Cousin Reto gerade am Abhobeln sind, passen nicht in den kleinen Raum. Von Hand tragen die beiden Balken für Balken durch die Hintertür hinein. Wenn Andres das vordere Ende in die Hobelmaschine legt, steht Reto noch unter freiem Himmel.

An die engen Platzverhältnisse sind sich Andres, Geschäftsführer der Gadmer Holz + Bau AG, und seine sechs Mitarbeiter gewohnt. Die Werkstatt, die sein Vater Hans 1985 in Betrieb genommen hatte, befindet sich in einem ehemaligen Kuhstall. Am Anfang, als der Vater hier mit lediglich einem Angestellten arbeitete, reichte das. Doch die Firma wuchs, diversifizierte, brauchte neue Maschinen und mehr Personal. Andres: «Der Platzmangel wurde immer schlimmer und zwang uns zu einer ausgefeilten Arbeitsplanung.» Grosse Elemente werden draussen auf dem Kiesplatz bearbeitet, bei Sommerhitze genauso wie bei Minustemperaturen. Das wäre alles zu ertragen gewesen. Viel schlimmer war, dass die Firma Aufträge ablehnen musste, weil kein Platz vorhanden war. Es musste dringend eine Lösung her.

Das Projekt in Kürze

  • Schreinerei Gadmer Holz + Bau
  • Neue Gewerbehalle
  • Davos-Glaris/GR

Doch ein Ausbau des ehemaligen Stalls stellte sich als unmöglich heraus. Das Problem: Die Werkstatt stand in der Landwirtschaftszone. Die gewerbliche Nutzung wurde zwar toleriert, ein Ausbau wäre aber nicht bewilligt worden. Blieb nur die Flucht nach vorne. Mit dem Resultat, dass ein Stück Land auf der anderen Strassenseite per Volksabstimmung umgezont wurde. Allerdings mit einer Auflage: Es muss rasch bebaut werden. So kam Andres in Zugzwang. Innert kurzer Zeit musste er einen Neubau finanzieren. Obschon die Firma die gesamte Planung und auch alle Holzarbeiten selbst erledigen kann sowie über die Jahre hinweg Reserven gebildet hatte, blieb ein grosser Betrag offen. Zu gross für eine Hypothek. Erst als die Schweizer Berghilfe ihre Unterstützung zusicherte, konnte Andres aufatmen. Wenn die neue Gewerbehalle erst einmal fertig ist, wird er zwei neue Stellen schaffen können. Und gute Aufträge ablehnen, das muss er dann sicher nicht mehr.