Im Gleitschritt durchs Trub

Im Gleitschritt durchs Trub

Langlauf liegt im Trend. Das Trub im Emmental bietet dafür ein ideales Terrain.

Nicht zu steil, landschaftlich schön und erstaunlich schneesicher: Das Trub ist ideal zum Langlaufen. Die Loipenorganisation Langnau-Trub präpariert hier schon seit 41 Jahren 18 Kilometer Loipen für Skating und den klassischen Stil.

Auf der Schattenseite des Tals hängt noch der Nebel zwischen den Bäumen und es ist eisig kalt. Beim Ausatmen stosse ich eine kleine Dampfwolke aus, und unter den dünnen Langlaufskis macht der Schnee zischend-schabende Geräusche. Wie immer sind die ersten paar Meter Skating unglaublich anstrengend. Im Kopf halbiere ich schon mal die geplante Route. Doch langsam stimmt der Rhythmus, und als ich dann auch noch die andere Talseite und somit die wärmende Sonne erreiche, gleite ich schon fast wie von selbst durch die verschneite Hügellandschaft des Oberemmentals. Unglaublich schön.

An diesem Werktagsmorgen habe ich die Loipe für mich allein, aber gemäss Martin Eichenberger von der Loipenorganisation Langnau-Trub finden immer mehr Leute Geschmack an der Runde. «Wir sind mit dem ÖV gut erschlossen. Von Bern aus ist man in einer Dreiviertelstunde hier im Trub.» Seit ein paar Jahren kann man den Gästen auch eine gewisse Infrastruktur bieten. Im Loipenhaus beim Restaurant Sternen steht nicht nur eine Umkleide mit Schliessfächern zur Verfügung, sondern auch eine kleine Ski- und Schneeschuhvermietung. Hier können sich Anfänger und Fortgeschrittene mit Skis, Schuhen und Stöcken eindecken.

Das Projekt in Kürze

  • Loipenorganisation
  • Bau eines Loipenhauses
  • Trub/BE

Fast immer offen

Eigentlich gibt es feste Öffnungszeiten, aber man kommt auch zu anderen Zeiten zu seiner Mietausrüstung. Wenn man die an der Türe angeschlagene Telefonnummer wählt, dauert es selten länger als ein paar Minuten, bis ein pensionierter Freiwilliger wie Martin Eichenberger auftaucht.

Der Bau des neuen Loipenhauses wurde nötig, weil der bisherige Baucontainer nicht nur zu klein war, sondern auch undicht wurde und hätte ersetzt werden müssen. Mit viel Freiwilligenarbeit, privaten Sponsoren und der Unterstützung der Schweizer Berghilfe konnte der Bau schliesslich angepackt werden. Es waren fast ausschliesslich die Lehrlinge der lokalen Schreinerei und der Zimmerei, die das Loipenhaus planten und aus lokalem Holz realisierten. Martin Eichenberger: «Sie haben sich vorbildlich reingehängt und identifizieren sich sehr mit dem Loipenhaus. Manche von ihnen so fest, dass ich sie inzwischen sogar ab und zu auf der Loipe antreffe.»

loipelangnau-trub.ch

Text und Bilder: Max Hugelshofer

Erschienen im November 2019