Wenn ich übrigens die ganze Zeit von ‹wir› rede, dann meine ich nicht immer die gleichen Leute. Unsere ‹Ferme du Clos Dedos› ist ein etwas unkonventionelles Gemeinschaftsprojekt. Der Hof gehört einer Stiftung, die sich für gemeinschaftliche und partizipative Landwirtschaft einsetzt, bewirtschaftet wird er von einer GmbH. Diese habe ich vor fünf Jahren mit zwei weiteren Frauen gegründet, und wir haben den ehemaligen Milchwirtschaftsbetrieb auf die vier Standbeine Schafzucht, Obstbau, Gemüseproduktion und das Backen von Brot umgestellt.
Die beiden anderen Gründerinnen sind vor kurzem aber weitergezogen, und ich mache die Arbeit vorübergehend zusammen mit Lye Pinho, die auch unserem Kollektiv angehört. Also natürlich mit Unterstützung. Wir haben immer wieder Freiwillige, und auch der Freundes- und Bekanntenkreis hilft mit. Aber es ist anstrengend. Vor allem mental, weil ich allein den Überblick behalten und an alles denken muss. Der Gemüseanbau fordert mich im Moment am stärksten. Ich bin fast immer im Garten unterhalb der ‹Ferme›.