Nebeneinkommen aus dem Kohlemeiler

Nebeneinkommen aus dem Kohlemeiler

Die Köhlerei ist ein uraltes Handwerk. Familie Renggli pflegt diese Tradition.

Familie Renggli betreibt am Napf Landwirtschaft. Mit einem durch die Schweizer Berghilfe mitfinanzierten neuen Stall ist der Betrieb fit für den anstehenden Generationenwechsel. Einen wichtigen Beitrag zu den Einnahmen trägt ein altes Handwerk bei: die Köhlerei.

Rengglis gehören zu den letzten Köhlern in der Schweiz. Zweimal jährlich richten die Landwirte aus jeweils 60 Ster lokalem Holz einen Meiler auf, lassen diesen kontrolliert abbrennen und gewinnen so eine qualitativ hervorragende Holzkohle. «Ich bin per Zufall aufs Köhlern gekommen», so Willy Renggli. Jahrelang half er einem Nachbarn, der die Köhlerei nebenbei betrieb. Irgendwann versuchte er es selbst, und seither hat sich die Köhlerei zu einem wichtigen Betriebszweig entwickelt. Dies besonders, weil Rengglis sie auch touristisch nutzen. Das Köhlern eignet sich hervorragend als Rahmenprogramm für Firmenfeste oder Vereinsausflüge. Und weil Rengglis mit ihren vier Kindern auch als Jodlerfamilie erfolgreich sind, bestehen auch Kontakte zur Show-Welt. «Sowohl Nik Hartmann als auch Monika Fasnacht haben bei uns schon Holz aufgeschichtet», lacht Willy.

Bei den einfachen Arbeiten können Gäste und Promis nicht viel falsch machen. Wenn es aber brenzlig wird, etwa in den ersten Tagen nach dem Anzünden, dann lässt Willy niemanden von ausserhalb der Familie an seinen Meiler. In den ersten Tagen ist er rund um die Uhr dort, überprüft die Temperatur im Inneren und reguliert das Feuer je nach Bedarf mit gezielter Luftzufuhr. In den ersten Tagen schläft Willy sogar beim Meiler und steht alle drei Stunden für einen Kontrollgang auf. «Ja, so ein Meiler ist ein bisschen wie ein kleines Kind, das auch in der Nacht den Schoppen braucht», lacht er. «Aber zum Glück ist es nach ein paar Tagen erwachsen.» Wenn dann das Feuer im Inneren erloschen und der Meiler erkaltet ist, wird er geöffnet. Die Holzkohle wird in Säcke verpackt und verkauft. An der Köhlerei gefällt Willy die Handarbeit und die Möglichkeit, aus dem vielen Holz, das im Entlebuch wächst, ein gefragtes Produkt zu machen.

familie-renggli.ch

Text: Max Hugelshofer

Bilder: Yannick Andrea

Erschienen im März 2016

Das Projekt in Kürze

  • Bergbauernfamilie
  • Stallneubau
  • Bramboden/LU