Herbstliche Ausblicke aufs Martinsloch bei Elm

Viel Herbstsonne und ein eindrücklicher Blick aufs Martinsloch gibt es bei zwei Wanderungen im Sernftal um Elm.

«Schon wieder?» wir schauen uns unglaubwürdig an und fragen uns, wie er das bloss macht. Bereits zum zweiten Mal hat uns ein älterer Herr mit seinen Wanderstöcken überholt. Das erste Mal, als wir gerade auf dem Weg zur Skihütte Stäfeli waren und die Aussicht auf das imposante Panorama Richtung Glärnischmassiv genossen. Nun auf dem Weg runter zur Bergstation Weissenberg überholt uns der Herr schon wieder. Obwohl er wahrscheinlich mehr als doppelt so alt ist wie wir, marschiert er über die Bergblumenwiesen wie ein junges Reh. Angespornt von seinem Elan nehmen auch wir die letzten Höhenmeter in Angriff und freuen uns auf das wohlverdiente Zvieri Kafi im Berggasthaus Edelwyss. Wir geniessen die letzten Sonnenstrahlen auf der Terrasse und nehmen, ganz unspektakulär, die Luftseilbahn runter nach Matt. Andere machens spektakulärer... Uns hat man nämlich gesagt, dass ein Stammkunde regelmässig mit seinem Gleitschirm runterfliegt.

Steckbrief

  • Kanton Glarus
  • Kategorie Wandern
  • Schwierigkeit Leicht

Als wir bereits etwas schläfrig in der Kabine der Luftseilbahn sitzen, sehen wir tatsächlich einen Gleitschirm ins Tal fliegen. So sind wir heute also bereits zum dritten Mal überholt worden. Von Matt fahren wir die kurze Strecke mit dem Auto nach Elm zu unserem Gasthaus. Dort schlendern wir noch durch das Dörfchen und besuchen die berühmte Kirche. Gemäss unseren Recherchen scheint die Sonne zwei Mal pro Jahr durch das Martinsloch genau auf diesen Kirchturm. Müde, aber höchst zufrieden mit unserer heutigen Wanderung bei bestem Herbstwetter, freuen wir uns auf das Abendessen im Gasthaus Sonne. Wir bekommen eine währschafte Rösti mit Geschnetzeltem aufgetischt. Genau das Essen, welches wir nach einem anstrengenden Wandertag brauchen!

Nach einem wunderbaren Frühstück packen wir unsere Taschen und machen uns auf den Weg zur Talstation der Elmer Sportbahnen. Am Abend vorher hatten wir uns eine leichte Wanderung ausgesucht, die uns einen schönen Blick auf die Tschingelhörner ermöglichen soll. Von der Mittelstation Ampächeli steigen wir einige Meter hoch und setzen uns grad schon in die Wiese. Dort verbringen wir die erste halbe Stunde mit dem Bestaunen der eindrücklichen Aussicht auf die Tschingelhörner mit dem Martinsloch. Einige Erinnerungsfotos später gehen wir los. Zuerst noch einige Meter hoch zur Älpli Bergbeiz, dann auf der Strasse Richtung Süden. Immer wieder müssen wir aber das Panorama geniessen und kommen dementsprechend nur sehr langsam voran. Das geht aber vollkommen in Ordnung, da wir für diesen Tag sowieso nur einen gemütlichen Spaziergang geplant haben. Es geht durch schöne Wälder und vorbei am Berghotel Bischofalp. Hier könnte man noch weitergehen bis zur Wildbeobachtungsstation Bischofalp. Mit etwas Glück und einem guten Feldstecher sähen wir da Gemsen. Aber weil wir so langsam unterwegs sind, biegen wir hier ab und steigen durch den «Hengstboden», einer kleinen Siedlung aus malerischen Holzhüttchen, kurz ab. Zurück geht es auf einer Naturstrasse. Wo diese wieder auf die geteerte Strasse trifft, dauert es noch knapp hundert Meter zur Mittelstation der Bahn.

Bloggerin und Fotos: Anja Furger

Erschienen im Oktober 2025

Gasthaus Sonne oder Hostel HängeMatt

Bei Elm gibt es gleich zwei von der Berghilfe unterstützte Übernachtungsprojekte. Das Gasthaus Sonne liegt gleich am Dorfeingang von Elm. Der Familienbetrieb überzeugt mit köstlicher Schweizer Küche und gemütlichen Zimmern. Mehr unter www.sonne-elm.ch Das Hostel HängeMatt in Matt, einem Dorf vor Elm, bietet charmant eingerichtete Zimmer mit oder ohne Duschen, einen grosszügigen Aufenthaltsraum mit Billiardtisch und eine kleine Boulderhalle. Zwischen Halbpension bis zum selbst kochen ist alles möglich. Mehr unter www.haengematt.ch