Auf dem Creux du Van bin ich vor allem als Ranger tätig. Meine Aufgabe ist es dann, Interessierten Auskunft über die Tierwelt zu geben und Besucherinnen und Besucher auf die Regeln aufmerksam zu machen. Also, dass man zum Beispiel nicht zelten darf und dass Hunde an der Leine gehen sollen, dass man seinen Müll wieder mitnimmt. Für viele Besuchenden sind die Regeln neu: Denn auf der Hochebene des Creux du Van wurde erst vor etwa drei Jahren eine Art Naturzone eingerichtet, in der die Besucher stärker gelenkt werden. Dazu sind Infotafeln aufgestellt und Seile gespannt, die den erlaubten Wegkorridor anzeigen. So wollen wir erreichen, dass sich die empfindliche Felskante erholen kann. Aber natürlich lieben es die Menschen, näher an die Kante zu gehen, um besser in den tiefen Talkessel hineinzusehen. Dann muss ich sie – wie heute auch – auf den Weg zurückbitten. Wegen des Regens sind heute aber nur wenige Menschen unterwegs, trotzdem treffe ich gleich drei Hundehalter, bei denen ihre Tiere frei herumlaufen. Ich erkläre ihnen geduldig, warum die Hunde an die Leine müssen, alle reagieren sehr verständnisvoll. Ein Paar aus dem kanadischen Ontario kehrt sogar um und holt die Leine im Auto. Ganz selten widersetzt sich jemand, dann kann ich als letztes Mittel eine Busse ausstellen. Mit Konflikten besonnen umgehen bereitet mir aber keine Mühe. Da habe ich in meiner Zeit als Gefängniswärter enorm viel gelernt.
An schönen Tagen komme ich zuweilen mehrere Stunden nicht vom Fleck, weil ich auch Ansprechperson bin für allerlei Fragen der Berggängerinnen und Biker zur Natur und den Tieren auf dem Creux du Van. Als Ranger ist es meine Hauptaufgabe, zwischen den Menschen und der Natur zu vermitteln. Das gefällt mir sehr.