Kari Voutilainen entwickelt alle neuen Modelle selbst. Von der Mechanik bis zum Design. Bei letzterem redet auch die Kundschaft ein Wort mit. Denn eine Uhr in dieser Preislage kommt natürlich nicht von der Stange. Jeden Wunsch setzen der Patron und seine rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber nicht um. «Wenn ich etwas zu protzig finde, oder es mir sonst überhaupt nicht gefällt, dann wird es nicht gemacht.»
Kari Voutilainen kann es sich leisten, etwas wählerisch zu sein. Seine Uhren verkaufen sich trotz, oder gerade wegen, des hohen Preises ausgezeichnet. Im Moment werden gar keine neuen Aufträge angenommen, bis die Wartezeiten, die momentan etwa zehn Jahre betragen, wieder etwas gesunken sind. Werbung oder Marketing macht Kari sowieso nicht.
Was Voutilainen-Uhren nebst ihrer Komplexität auszeichnet, ist die Tatsache, dass sie zu fast 100 Prozent in der eigenen Manufaktur entstehen. Nur zwei spezielle Federn werden eingekauft, ausserdem geschliffene Edelsteine. Alles andere entsteht im Val de Travers, in drei verschiedenen kleinen Ateliers. Jedes winzig kleine Zahnrad, auch das Gehäuse, das Zifferblatt und die Lederarmbänder. Die Kundschaft kommt aus der ganzen Welt. «Ich habe ich schon viele spannende Begegnungen gehabt», sagt Kari Voutilainen. Viele Kunden reisen sogar extra nach Fleurier, um ihrer Uhr beim Entstehen zuzuschauen. Probleme, die Manufaktur zu finden, sollten sie dabei keine haben. Das ehemalige Ausflugsrestaurant «Chapeau Napoleon», in dem die Werkstatt untergebracht ist, thront unübersehbar über Fleurier. So kennt jeder im Tal den Namen Voutilainen. Auch wenn die wenigsten je eine seiner Uhren am Handgelenk tragen werden.
voutilainen.ch
Text und Bilder: Max Hugelshofer
Erschienen im
September 2026