Busstop auf der Alp Flix

Busstop auf der Alp Flix

Der Bus Alpin bringt die Leute dorthin, wo kein ÖV mehr fährt.

Die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr ist in der Schweiz vorbildlich. Aber wo niemand lebt, fährt auch kein Postauto hin. Gerade für touristische Randregionen ist dies ein Problem. Der Verein Bus alpin springt ein und bringt Gäste in abgelegene Täler und auf beliebte Alpen.

Alp Flix am Julierpass. Einer der vielfältigsten Lebensräume der Alpen. Fett- und Trockenwiesen verzahnen sich mit dem Bergwald, Hoch- und Flachmoore formen mit den Bergseen ein vielfältiges Mosaik an Lebensräumen. Das ist nicht nur für Tiere und Pflanzen besonders wertvoll, es sieht auch wunderschön aus. Deshalb ist die Alp Flix bei Wanderern, Naturbegeisterten und Erholungssuchenden sehr beliebt. Das ist gut für die lokale Bevölkerung. Die Gäste kaufen im Dorfladen und in Hofläden ein, konsumieren in Restaurants und Besenbeizen. Eine wichtige Einnahmequelle im abgelegenen Bergtal. Doch der Tourismus bringt auch Verkehr. Auf der Alp Flix selbst gilt zwar Fahrverbot, doch auf dem engen Bergsträsschen, das zum grossen Parkplatz ein paar hundert Meter unterhalb der Alp führt, herrscht an schönen Sommertagen ein ziemliches Gedränge. Abhilfe schafft der Bus alpin.

Dieser fährt in der Sommersaison inzwischen fünfmal täglich Besucher von der Postautohaltestelle in Sur auf die Alp Flix rauf und wieder runter. Er verringert einerseits die privaten Autofahrten, ermöglicht andererseits aber auch Leuten, die auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind, die Alp Flix zu besuchen. Wie zum Beispiel Jürg Zbinden aus Uster mit seiner Familie. Sie haben das Auto bewusst zu Hause gelassen. «Wir wollen eine Wanderung ins Tal runter machen. Da sind wir viel flexibler, wenn wir mit dem ÖV unterwegs sind.»

Der Bus alpin fährt inzwischen in dreizehn abgelegenen Bergregionen in der ganzen Schweiz. Der Verein Bus alpin koordiniert die Angebote, arbeitet Fahrpläne aus, unterhält eine Website und betreibt ein bescheidenes Marketing. Der Busbetrieb selbst wirdvon lokalen Partnern betrieben und finanziert. Bei der Alp Flix übernehmen die Gemeinde Sur und der Tourismusverband der Region Surses die Kosten, welche nicht mit dem Billetverkauf gedeckt werden können. Der silbrige Kleinbus gehört Marco Jäger, der in Sur ein kleines Transportunternehmen betreibt. Er oder seine Frau sitzen auch selbst hinter dem Steuer und bringen die Gäste sicher ins Naturparadies hinauf. Für Jäger bedeuten die Fahrten, die er für Bus alpin machen kann, ein wichtiges Einkommen. So profitiert auch er vom sanften Tourismus auf der Alp Flix.

busalpin.ch

Text und Bilder: Max Hugelshofer

Erschienen im Mai 2015

Das Projekt in Kürze

  • Verein Bus alpin
  • Verbesserung der kommunikativen Visibilität
  • Sur/GR