Jahrzehnte zwischen Wasserfällen

Jahrzehnte zwischen Wasserfällen

Vor 10 Jahren konnte Familie von Känel dank der Berghilfe eine neue Alpkäserei bauen. Das ist daraus geworden.

Fritz und Barbara von Känel bewirtschaften die Alp Hohkien im Berner Oberland seit 26 Jahren gemeinsam, steht in der Herbstausgabe der «Berghilf-Ziitig» von 2009. Heute sind es bereits unglaubliche 36 Jahre. Auch im Alter von deutlich über 60 bleibt die Alp zweite Heimat der beiden. «Ich war schon als Bub hier oben. Und es ist doch einfach eines der schönsten Fleckchen der Erde». Das ist nicht übertrieben. So spektakulär gelegen ist nicht jede Alp: auf einem Hochplateau und besonders im Frühsommer von tosenden Wasserfällen umgeben.

Vor zehn Jahren hatte sich die jahrelange Routine grundlegend geändert: Dank der Unterstützung der Schweizer Berghilfe konnte in einem neuen Anbau der Sennhütte eine neue Alpkäserei in Betrieb genommen werden. «Diese Investition zahlt sich seither jeden Tag aus», sagt Fritz von Känel heute. Nicht nur, dass so das begehrte AOC-Label (Appellation d’Origine Contrôlée) gehalten werden konnte, auch der Arbeitsablauf ist seither viel einfacher. «Vorher wurde in der Küche gekäst – das hiess, immer alles wegräumen, umstellen, wieder zurückräumen», erinnert sich Fritz.

Die Arbeitserleichterung ist wichtig, gerade wenn man langsam älter wird. «Es gibt neben dem Käsen auch sonst genug zu tun auf der Alp», sagt Fritz. Bis nur schon alle Zäune aufgestellt sind, dauert es Wochen. Und die Arthrose im Knie erschwert die täglichen langen Fussmärsche. «Ewig lange werde ich diese Arbeit leider nicht mehr machen können», sagt Fritz. Ein Trost bleibt ihm: Einen Nachfolger zu finden, sollte kein Problem sein. Weil die Infrastruktur der Alp in so gutem Zustand ist.

Text und Bilder: Max Hugelshofer

Erschienen im August 2019

Das Projekt in Kürze

  • Familie von Känel, Alp Hohkien
  • Anbau für die neue Alpkäserei
  • Kiental/BE
Vor 10 Jahren: Zurück in die Zukunft
Die Alphütte von Fritz und Barbara von Känel verfügt über eine neue, moderne «Chäsi» – in der sie ganz traditionell mit Holz einfeuern.
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