«Die Schaufel ist ja mitgewachsen», witzelt Stephan Stoller, als sein Sohn Dan fürs Foto eine grosse, rote Schneeschaufel aus dem Schopf holt. Auf dem Bild, das vor genau zehn Jahren hier beim Laufstall der Betriebsgemeinschaft Fetzer/Stoller in Ried zwischen Frutigen und Adelboden entstanden ist, hielt der damals 3-Jährige ebenfalls eine rote Schneeschaufel in den Händen. Allerdings eine viel kleinere. Doch dass Schaufel und Kinder gewachsen sind, ist nicht der grösste Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Bild. Auf dem neuen sind nicht mehr neun, sondern elf Menschen abgebildet. Die beiden Mädchen Sarina Stoller und Siwa Fetzer wurden erst vor acht respektive sieben Jahren geboren.
Das Projekt in Kürze
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Bergbauernfamilien
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Gemeinschaftsstall
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Ried/BE
Beständigkeit ist Trumpf
Ansonsten hat sich nicht viel verändert auf dem Betrieb. Ein Siloturm ist weg, und an seiner Stelle steht jetzt ein kleiner Kälberstall. Das war es schon. «Wir arbeiten noch genau gleich zusammen, wie wir das bei der Gründung der Betriebsgemeinschaft abgemacht hatten», sagt Gabriela Fetzer. «Das hat sich bewährt.» Es gibt immer noch regelmässige Sitzungen, an denen allfällige Meinungsverschiedenheiten auf den Tisch gebracht werden, bevor daraus Probleme entstehen können. Nur die Abstände zwischen den Sitzungen sind grösser geworden, denn alltägliche Fragen rund um den Betrieb werden nun im Chat geklärt.
Das Leben der Familien Fetzer und Stoller ist von Beständigkeit geprägt. Dan hat inzwischen sogar die Wollkappe wiedergefunden, die er auf dem alten Bild trägt. Und sie passt ihm sogar noch, wie er selbst etwas verwundert feststellt: «Entweder hatte ich damals schon so einen grossen Grind oder sie ist tatsächlich mitgewachsen.»