Hier drin übertönt ein sirrendes, fast jaulende Geräusch alles. Schnell schnappt sich Lionel Capt einen Ohrschutz und geht direkt auf die Lärmquelle zu. Verursacher ist eine Maschine, die einen eckigen Klotz in einen runden Kegel schleift. Es ist die Grundlage für die Böden und Deckel der Kisten. Von diesem Kegel schneidet eine weitere Maschine in Sekundenschnelle fünf Millimeter dünne Scheiben ab. Daneben sägt ein Mitarbeiter einen der Stämme in dünne Scheiben. Vor dem Gebäude lagert bereits das Holz für nächstes Jahr – und daneben stehen zwei grosse Kühlcontainer. Das geschnittene Holz darf nämlich nicht trocknen, sonst würde es sich verfärben und einreissen. Deshalb wird es bis kurz vor dem Zusammenbau bei fast 0 Grad gelagert.
Die Einzelteile in L’Abbaye, die Fertigung in Le Brassus: Noch gibt es ein ständiges Hin- und Her zwischen den beiden Standorten. Doch im Sommer zügelt auch die Manufaktur hierhin. Und Pascal wird an einem Sonntag vielleicht nicht ganz so viel arbeiten. «Jetzt kann ich jederzeit von der Wohnung hinunter in die Werkstatt, was zwar seine Vorteile hat. Aber nachher wird es etwas schwieriger, und vielleicht werde ich tatsächlich etwas mehr Erholungszeit haben», lacht er. Doch bereits heute lässt sich eines mit Sicherheit sagen: Wer den Vacherin Mont d’Or AOP kauft, bekommt ein durch und durch lokales Produkt – von der Milch über die Verarbeitung bis hin zur Verpackung in Schweizer Holz.
Text: Alexandra Rozkosny
Bilder: Yannick Andrea
Erschienen im
Januar 2026